Sea-Eye wendet sich von Italien ab und setzt Kurs auf Malta

Gespeichert von Seebruecke am Sa., 06.07.2019 - 17:12
Die "Alan Kurdi" hat nun einen Kurs Richtung Malta gesetzt. Während der italienische Innenminister Salvini unter Androhung von drakonischen Strafen die Seenotrettung im Mittelmeer verhindern will, müssen nun auch andere Staaten zeigen, ob sie Italiens Kurs stützen. In den letzten Tagen hatte zuerst die "Sea-Watch 3" und nun die "Alex" Lampedusa als Nothafen angesteuert.

Am Nachmittag verkündete das italienische Segelschiff "Alex" den Notstand und fuhr unter Nothafenrecht in den Hafen von Lampedusa ein. Das 18m lange Segelschiff hatte am Donnerstagabend 55 Menschen von einem Schlauchboot gerettet. "Es kann doch nicht sein, dass Menschen in Not erst ein weiteres Mal in Lebensgefahr sein müssen, bis wir sie in einen sicheren Hafen bringen dürfen", sagt Gorden Isler, Einsatzleiter der "Alan Kurdi". "Wir haben die Menschen vor dem Tod gerettet und nun sollen wir dafür bestraft werden", sagt Isler weiter.
 
"Wir haben erlebt, dass die italienische Regierung dazu bereit ist, die Geretteten so lange auf Schiffen festzuhalten, bis Lebensgefahr besteht. Wir unterstützen den Einsatz unserer Seenotrettungskollegen, die die Menschen in Italien an Land gebracht haben. Die Entscheidung nach Lampedusa zu fahren war richtig", sagt Gorden Isler, Einsatzleiter auf der "Alan Kurdi "Für uns ist es nun an der Zeit, Europa aus der Geiselhaft des italienischen Innenministers zu befreien. Wenn die Staats- und Regierungschefs ihre Kritik am italienischen Innenminister ernst meinen, können sie uns auf Malta einlaufen lassen. Dort könnten sowohl die Geretteten als auch die Crew sicher anlanden. Innenminister Seehofer könnte kurzfristig zusagen, die Geretteten aufzunehmen und einige der hilfsbereiten Kommunen zu verteilen, die die Aufnahmebereitschaft bereits beschlossen haben" sagt Isler weiter.


Der Inselstaat Malta ist der nächste sichere Hafen. Die "Alan Kurdi" wird Malta bereits am Sonntagnachmittag erreichen.